AUS DEM ABSEITS

Ein Film von Simon Brückner

SYNOPSIS

Vieles ist der Psychologe Peter Brückner Zeit seines Lebens gewesen: ‘Halbjude’ und Ausreißer, Untergrundaktivist und Wehrmachtssoldat, Kommunist mit Parteiverbot, Vater und Familienflüchtling, Demokrat und Verfassungsfeind, erster verbeamteter Hochschullehrer mit Berufsverbot. 1982 starb der von der Protestgeneration der 1968er geliebte Gelehrte und mit ihm seine eigenwillige Sozialpsychologie der Befreiung. Sein jüngster Sohn Simon war damals vier Jahre alt. Dreißig Jahre später sucht er als Filmemacher nach seinem Vater und findet und erfindet eine Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen. Der Film nähert sich seiner Zentralfigur in kleinen Schritten und großen Bögen, den Zeitstrahl dabei souverän ignorierend; er lockt den Zuschauer durch eine ungewöhnlich dichte und mehrschichtige Erzählweise ebenso wie durch seinen feinen Humor und die unbeantwortbare Frage nach der Essenz eines vergangenen Lebens. Es ist ein wenig wie bei einem Zauberkunststück: Der Mensch Peter Brückner tritt hervor, um im nächsten Augenblick wieder zu verschwinden und dann erneut dort wieder aufzutauchen, wo man es nicht erwartet hat.

Das Lebensbild „Aus dem Abseits“ zeichnet nicht nur Brüche, Fluchten und „public happiness“ eines Linksintellektuellen aus dem 20. Jahrhundert nach, sondern auch die Zerstörungen und Aufbrüche dieses Jahrhunderts – getreu der Devise Peter Brückners, dass es für den einzelnen darauf ankomme, Geschichte und Lebensgeschichte in Einklang zu bringen. Simon Brückner zeigt die Stationen des zuweilen abschüssigen Weges, den sein Vater gegangen ist: als privater und politischer Mensch. Und er öffnet durch seinen persönlichen Zugang zugleich den Blick auf ein Stück „abseitiger“, verschwiegener Geschichte Deutschlands. Es entsteht das filmische Hologramm eines Provokateurs und Selbstdenkers, der in Deutschland zwangsläufig lebenslang anecken musste. Eines Menschen, der trotz seiner Sehnsucht nach Geborgenheit auf der Suche nach Freiheit war. Einer Freiheit, die stets ihren Preis hatte.

Premiere am 1. Dezember 2015 in der Volksbühne
Kinostart am 3. Dezember 2015

CREW

  • RegieSimon Brückner
  • BuchSimon Brückner
  • Sebastian Winkels
  • KameraIsabelle Casez
  • TonRaimund von Scheibner
  • MontageSebastian Winkels
  • RedaktionUdo Bremer | ZDF/3sat
  • Rolf Bergmann | rbb
  • ProduzentenSusann Schimk
  • Jörg Trentmann

AWARDS

30. DOK.fest München (2015): VIKTOR DOK.deutsch Jürybegründung
Nominierung für den 53. Grimme-Preis 2017: in der Kategorie Information & Kultur

TECHNISCHE DATEN

Dokumentarfilm, 112 Min, HD, Farbe
© 2015 credo:film GmbH / ZDF

Verleih: MissingFILMs

Infoblatt
Directors Note
Vita Simon Brückner
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